„Die größte Gefahr für die Demokratie ist ihre schleichende Erosion“

Julian Nida-Rümelin, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen Deutschlands und ehemaliger Kulturstaatsminister, trat beim Bamberger Literaturfestival mit einem eindringlichen Vortrag über die Lage der Demokratie auf.

Er hob hervor, dass demokratische Systeme heute nicht nur von außen durch autoritäre Tendenzen und globale Krisen herausgefordert werden, sondern auch von innen durch Polarisierung, Desinformation und sinkendes Vertrauen in politische Institutionen. Besonders überraschend war seine Beobachtung, dass die größte Gefahr nicht in der direkten Abschaffung demokratischer Strukturen liege, sondern in ihrer schleichenden Erosion durch Gleichgültigkeit und die Fragmentierung öffentlicher Debatten. Nida-Rümelin plädierte für eine Rückbesinnung auf gemeinsame Werte, kritische Medienkompetenz und die Stärkung zivilgesellschaftlicher Teilhabe. Sein Appell verband philosophische Tiefe mit praktischen Handlungsperspektiven und hinterließ bei den Zuhörerinnen und Zuhörern den Eindruck, dass die Verteidigung der Demokratie eine Aufgabe jedes Einzelnen ist und bereits im alltäglichen Diskurs beginnt.

Quelle: u.a. fraenkischertag.de vom 17.1.2026 🔓