Studien zeigen: Ein Drittel der Gesellschaft ist sozial und gemeinschaftlich isoliert – das sogenannte „unsichtbare Drittel“. Die Kampagne „Politik auf 13 Quadratmetern” der Diözese Rottenburg-Stuttgart will diese Menschen sichtbar machen und beteiligen. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Deutschen Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg.
In der Pilotphase bis zur Landtagswahl 2026 werden in verschiedenen Städten Baden-Württembergs Begegnungsorte geschaffen. Für drei Wochen sind die „13 qm“ nun in Stuttgart – unterstützt vom Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Stuttgart und natürlich den Stuttgarter Omas gegen Rechts.
In der ersten Woche konnte die Kampagne den Experimentierraum der Engagementförderung der Stadt Stuttgart nutzen, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Vesperkirche befindet. Viele Menschen kamen direkt von dort, um sich bei Kaffee und Kuchen zu unterhalten und ihre Bedürfnisse und Wünsche auf vorbereitete Karten zu schreiben. „Es war schön zu sehen, wie gut der Raum in Stuttgart angenommen wird“, freut sich Dr. Sarah Köhler, die Projektleiterin. „Manche Menschen kamen regelmäßig und schienen das ehrlich entgegengebrachte Interesse der freiwilligen Helferinnen und Helfer als wertschätzend und wohltuend zu empfinden.“
Bis zum 8. März findet man die „13 qm“ im Begegnungsraum in der Breitscheidstraße 2f, einem der fünf Willkommensräume, die von der Landeshauptstadt gefördert werden. Träger des Raumes ist die evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. – Mitglied im Bündnis für Demokratie und Menschenrechte. „Ich bin gespannt, wie der zweite Raum angenommen wird und hoffe, einige Besucherinnen und Besucher der vergangenen Woche auch hier wiederzusehen“, sagt Köhler.
Die von den Besucherinnen und Besuchern ausgefüllten Karten werden am Ende ausgewertet und die Ergebnisse in einem offenen Brief an die Stadt weitergegeben. Vielleicht lässt sich der eine oder andere Bedarf des Stuttgarter „unsichtbaren Drittels“ ja erfüllen?
Der Kuchen wird freundlicherweise gespendet von Bäckereien in der Nähe (zum Beispiel der Bäckerei Frank https://baecker-frank.de/ oder der Bäckerei Baier https://www.baecker-baier.de/), organisiert über die Handwerkskammer, die sich ebenfalls im Stuttgarter Bündnis für Demokratie und Menschenrechte engagiert.

