Mehrere tausend Menschen haben bei einer landesweiten Lichteraktion der „Omas gegen Rechts“ am Samstagabend ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte gesetzt. In rund 30 Städten von Freiburg bis Ulm und Neckargemünd bis Waldshut fanden Lichterketten und Lichterzüge, Lesungen und Mahnwachen statt. Die Aktion ist ein Appell an alle Wahlberechtigten, bei der Landtagswahl am 8. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und demokratiefeindlichen Kräften die Rote Karte zu zeigen. Organisatorisch unterstützt wurde sie vom Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Stuttgart, musikalisch von den Pink Beats.
„Wir sind heute hier, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung, gegen Hass und gegen die schleichende Gleichgültigkeit zu setzen“, sagte Anna Ohnweiler, die Gründerin der Omas gegen Rechts in Deutschland, bei der Begrüßung in Stuttgart. „Jedes Licht steht für ein Versprechen: Das Versprechen, dass wir unsere Demokratie nicht als selbstverständlich hinnehmen, sondern dass wir bereit sind, für sie einzustehen.“
Bei der Verlesung von Grundrechte-Artikeln wies Bettina Starzmann von Stuttgart Pride auf zunehmende Attacken gegen queere Menschen hin. Der katholische Stadtdekan Christian Hermes sagte, es müsse alarmieren, wenn autoritäre Politiker weltweit die Religion ins Visier nähmen und die AfD offen religions- und kirchenfeindlich auftrete.
Anschließend zogen die über 1000 Teilnehmer*innen mit ihren Lichtern vom Marktplatz zur Oper. Dort empfing Sängerin Alena Leja den Lichterzug mit der Europahymne. Sie trug Beethovens „Ode an die Freude“ in mehreren Sprachen vor, lateinisch, ukrainisch, tschechisch, georgisch und englisch – und am Ende mit vielen gemeinsam auf deutsch.





