Stand August 2026
Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.
Fritz Bauer
A. Erinnerungsarbeit

Susanne Siegert, Gedenken neu denken, Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss, München 2025
Susanne Siegert (@keine.erinnerungskultur) tritt für eine demokratisierte Erinnerungsarbeit ein, die sich auf die Tätergesellschaft und alle Opfergruppen bezieht und von vielen an den eigenen Wohnorten geleistet wird.
Ausgehend von einem Zitat des Historikers Ulrich Hermann: „Man muss nichts über die SA wissen, um zu wissen, dass man das Haus des türkischen Nachbarn nicht anzünden darf“ erklärt sie die Notwendigkeit der persönlichen Erinnerungsarbeit folgendermaßen: “Nur zu wissen, was schon einmal falsch war, reicht nicht aus, um zu wissen, wie man es heute richtig macht.“ (S. 131)

2. Axel Schildt, Fünf Möglichkeiten, die Geschichte der Bundesrepublik zu erzählen, Blätter für deutsche und internationale Politik, 10/1999, S. 1234-1244 PDF
Der Historiker Axel Schildt nennt die folgenden Erzähl-Möglichkeiten: als Erfolgsgeschichte, als Misserfolgsgeschichte, als Modernisierungsgeschichte, als Belastungsgeschichte und als Verwestlichungsgeschichte

3. Stefanie Schüler-Springorum, Unerwünscht – Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes, Frankfurt a. M. , 2025
Sich auf Axel Schildt beziehend stellt die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum die Erzählung der erfolgreichen westdeutschen und gesamtdeutschen Aufarbeitung der NS-Verbrechen (Weltmeister der Aufarbeitung, Erinnerungsweltmeister) in Frage, indem sie aus der Perspektive der Verfolgten in Westdeutschland nach 1945 berichtet. „Dieses Buch wird sich vor allem auf jene Frauen, Männer und Kinder konzentrieren, die ohne ihr Zutun, aufgrund ihrer sozial oder ‚rassisch‘ definierten Zugehörigkeit verfolgt, versehrt, eingesperrt und ausgebeutet wurden oder ihre geplante Ermordung durch Zufall überlebten:als Juden, als Sinti und Roma, als ‚Erbkranke‘ und ‚Asoziale‘, als Zwangsarbeiter und als Homosexuelle.“(S. 22)
B. Lernen aus der Geschichte

Maximilian Probst, Feuer gegen Feuer, Im Exil entwirft
Karl Loewenstein 1937 die Idee der wehrhaften Demokratie
in WEIMAR Das langsame Sterben einer Demokratie- und was wir daraus lernen können, ZEIT-Geschichte, Nr. 4 7 2026
„ In geschicktem Kalkül – wohl wissend, dass die Demokratie keiner Strömung der öffentlichen Meinung den vollen Gebrauch der freien Institutionen der Rede, der Presse , der Versammlung und der parlamentarischen Teilhabe verweigern konnte, ohne sich selbst zu verleugnen – bringen die Wortführer des Faschismus die demokratische Ordnung systematisch in Verruf und machen sie funktionsunfähig … bis das Chaos herrscht.“ Zitat von Karl Loewenstein, S. 119

Bruno Frank, Lüge als Staatsprinzip++,++ Erstveröffentlichung aus dem Nachlass,Verfasst 1939 im Exil,mit begleitenden Texten von Bruno Frank, Erika Mann und Thomas Mann, Berlin, 2. Aufl. 2025
Bruno Frank schreibt im Oktober 1939 über Hitler, den er schreien lässt :“ An mir ist alles Lüge, ich glaube an nichts, stehe für nichts, kenne keine Idee, keinen Standpunkt , kein anderes Ziel als das eine , mich an der Macht und meinem Raub festzuhalten.“ S. 72

George Orwell, Über Nationalismus, Mit einem Nachwort von Armin Nassehi, München, 4. Aufl. 2020
Orwell verfasste den Text im Mai 1945. Nach Orwell sind die Hauptmerkmale nationalistischen Denkens Obsession (S. 15 ff), Instabilität (S. 17ff) und Gleichgültigkeit gegenüber der Realität.(S. 20ff) : „Jeder Nationalist ist getrieben von der Überzeugung , dass sich die Vergangenheit ändern lässt. Er verbringt einen Teil seiner Zeit in einer Fantasiewelt , in der Dinge so passieren , wie sie geschehen sollten …. und er wird Teile dieser Welt, wenn möglich, in die Geschichtsbücher übertragen.“ (S. 22)
Im Nachwort schreibt Nassehi: „Wenn Rechtspopulisten heute fordern, man müsse die Bewältigung der NS-Vergangenheit und die Formen des Gedenkens überdenken, ist das exakt der Versuch , die Vergangenheit zu ändern, um sich im besten Licht darstellen zu können.“ S. 52

Jens Bisky, Die Entscheidung, Deutschland 1929 bis 1934, Berlin 2024
Bisky beendet das Buch mit folgenden Worten: „Hitler, wie die Republik ein Kind des Krieges, war nicht unvermeidlich, aber seine ideologischen Angebote überzeugten eine ausreichende Zahl Deutscher, bis sie Komplizen im Verbrechen wurden. Die Zeitgenossen registrierten die Abrechnungs- und Vergeltungsphantasien, den Gewaltkult der Nationalsozialisten , ihren von Anbeginn auf Vernichtung ausgehenden Antisemitismus. Sie nahmen diese Zeichen weniger ernst als geboten.
Wer heute auf das Ende Weimars zurückblickt, weiß: Es ist politisch leichtfertig, nicht mit dem Schlimmsten zu rechnen.“S. 580

Willi Bleicher, Texte eines Widerständigen, Briefe aus dem KZ, Reden und Interviews, Stuttgart 2025
Willi Bleicher hielt am 5.Mai 1978 eine Rede in Esterwegen, abgedruckt unter der Überschrift „Der Faschismus ist nicht tot“ . „ Nein, sie alle, die Erschlagenen und Gemarterten , wollen nicht als Märtyrer eingehen in die Geschichte, sondern, wenn ihr Tod einen Sinn haben soll, als Verpflichtung an uns . Wir dürfen als Überlebende keinen Augenblick an der immer drohenden Gefahr zweifeln. Es ist nötig, innerlich gewappnet zu bleiben gegen jeden Angriff von rechts.“ S. 425

Ditte Clemens, Schweigen über Lilo++,++ Ravensburger 1993
Lilo Herrmann wurde in der DDR als kommunistische Widerstandskämpferin geehrt, im Westen wurde sehr wenig über sie berichtet. Sie wurde am 20.6.1938 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Am 80. Todestag wurde von Lothar Letsche mit den Worten des Stuttgarter Bürgermeisters Dr. Rolf Thieringer (CDU) aus dem Jahr 1989 an sie erinnert: „ Lilo Herrmann ist wegen ihrer politischen Zugehörigkeit im Mosaik des deutschen Widerstands für manche unbequem – aber entscheidend sind ihre Gesinnung und Haltung, aus moralischer und menschlicher Substanz heraus für die Sache der Menschlichkeit das Leben zu wagen. Nicht Lilo Herrmanns Zugehörigkeit zu kommunistischen Gruppierungen ist entscheidendes Kriterium , sondern ihr glaubwürdiges, unerschütterliches Bekenntnis zur Verantwortung für Menschlichkeit und Frieden. Menschlichkeit hat kein Parteibuch, sie ist die Würde des Menschen.“ (www. Lpd-bw.de,liselotte- herrmann- frau-im-focus)
Verlagsseite mit Leseprobe als Download

Ronen Steinke, Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht, mit einem Vorwort von Andreas Voßkuhle, München, 8. Aufl. 2024
„Als Chef der Anklagebehörden zunächst in Braunschweig, später in Frankfurt am Main machte Fritz Bauer die nationalsozialistische Willkürherrschaft zu einem Gegenwartsthema in der jungen
Bundesrepublik. Er zwang eine Gesellschaft zum Hinsehen, die weithin nicht willens war, ihre doch so offensichtlich gegenwärtige Vergangenheit in ihre Selbstbeschreibung einzuweben.“ Vorwort S. 9
Blick ins Buch über Verlagsseite

Kevin Schmidt, Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit in Stuttgart 1939-1945, Stuttgart 2025,
Kevin Schmidt schreibt in Bezug auf Christopher R. Browning, Ganz normale Männer, . Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen, Hamburg 2019/1993:
„ Die Verantwortung für das erlittene Unrecht der Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs kann also nicht nur auf die nationalsozialistische Führung abgeschoben werden, sondern basierte immer auch auf individuellen Entscheidungen ganz normaler Menschen im Alltag.“ S. 306
weitere Informationen bei hugendubel.info

Liberalismus und Nationalsozialismus, Eine Beziehungsgeschichte, hrsg. von Elke Seefried, Ernst Wolfgang Becker, Frank Bajohr und Johannes Hürter, Stuttgart 2020
Im Buch gibt es den Text von Kristian Buchna zu „++Liberale“ Vergangenheitspolitik++ , Die FDP und ihr Umgang mit dem Nationalsozialismus, S. 407 ff. Buchna zitiert Willy Max Rademacher, einstiges Mitglied der DDP und langjähriger Vorsitzender der FDP in Hamburg , der in einem Brief
vom 11.1.1961 an Erich Mende beklagt: „Immer wieder ist es die nicht bewältigte Vergangenheit , die gerade in unseren Reihen im Sinne einer … Generalamnestie benutzt werden soll, um nicht nur zu vergeben, sondern um gleichzeitig total zu vergessen.“ S. 407

Frederik Schindler, Höcke, Ein Rechtsextremist auf dem Weg zur Macht, Freiburg im Breisgau 2025
Schindler über die AfD: „Betrachtet man ….die gesamte Geschichte der Partei , ist Höcke zweifellos der zentrale Treiber der Radikalisierung. Seine Ideologie ist es, die das Profil der Partei nachhaltig verändert hat und heute inhaltlich tonangebend ist.“ S. 15
„Höcke kündigt für die Umsetzung seines Projekts einschneidende Schritte an. In Bezug auf eine Massenabschiebung von Migranten sagt er voraus, die „neue politische Führung“ – der er natürlich selbst angehören will – werde „schwere moralische Spannungen“ auszuhalten haben: Sie muss aller Voraussicht nach Maßnahmen ergreifen , die ihrem eigentlichen moralischen Empfinden zuwiderlaufen.“ Bei dem „großangelegten Remigrationsprojekt“ werde man um eine Politik der „wohltemperierten Grausamkeit“ nicht herumkommen. „ Das heißt, dass sich menschliche Härten und unschöne Szenen nicht immer vermeiden lassen werden.“ Höcke deutet zudem an, dass nicht nur Migranten von seinem „Remigrationsprojekt“ betroffen sein würden. Er kündigt einen „möglichen Aderlass“ an: Man werde „leider ein paar Volksteile verlieren, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen“, schreibt er.“ S. 132
C. Zivilgesellschaft und gegenwärtige Zeitzeugenschaft zur Bewahrung der Demokratie

ZIVILGESELLSCHAFT Aus Politik und Zeitgeschichte, 13/ 2026, März 2026
aus dem Editorial:
„Als Garant für demokratische Teilhabe war zivilgesellschaftliches Engagement in der öffentlichen Debatte lange Zeit ausschließlich positiv besetzt. In den vergangenen Jahren hat sich das Feld jedoch politisch zunehmend aufgeladen; viele zivilgesellschaftliche Akteure stehen seither verstärkt unter Rechtfertigungsdruck und ihr Engagement wird kritischer beäugt denn je.“ S. 03

Maximilian Steinbeis, Die verwundbare Demokratie, Strategien gegen die populistische Übernahme, München 2024
„Keine noch so genial konstruierte Verfassung kann jemals allen denkbaren Bedrohungsszenarien vorbeugen. Dies zu erwarten hieße die Verfassung mit „Ansprüchen überfrachten, die sie nicht einlösen kann.“ S. 231
**Steinbeis zum demokratischen Dilemma: **„ Das Erfolgsrezept der autoritären Populisten ist, dieses Dilemma strategisch auszubeuten. Sie nähren sich von seiner Unentschiedenheit. Was immer ihre Gegner tun, um es nach der einen oder anderen Seite hin aufzulösen , bringt sie ihrem Ziel näher. Die liberale Demokratie zu ihrer Abwehr immer „wehrhafter“, repressiver und autoritärer zu machen bringt sie ihrem Ziel näher.Das Gegenteil zu tun, ihnen hilf- und wehrlos jede Obstruktionsmöglichkeit einzuräumen und sich mit ihnen in Talkshows und TV-Duellen „inhaltlich auseinanderzusetzen“ , als seien sie eine politische Kraft wie jede andere , bringt sie ihrem Ziel ebenfalls näher.“ S. 232

Arne Semsrott, Machtübernahme, Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren, Eine Anleitung zum Widerstand,München 2024
„Der Kampf um die Demokratie ist ein Kampf um öffentliche Räume. Demokratische Proteste auf der Straße machen sichtbar, dass viele Menschen bereit sind, Widerstand gegen Rechtsextremismus zu leisten. Wenn öffentliche Räume offen bleiben, gewinnt die Demokratie.Alle Menschen sind dafür verantwortlich. Beamte, Gewerkschaften, Richter*innen, Unternehmen, Medien, Zivilgesellschaft, die CDU, Kulturschaffende, Kirchen, Wissenschaft, Sport.“ S. 218

Arne Semsrott, Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück, Eine Anleitung für eine demokratische Offensive, München 2026
„Die Zukunft ist offen. Wir können sie aktiv gestalten. Politik ist nichts, was uns passiert, sondern etwas, das wir machen. Das Potential für eine Gegenmacht ist da.“ S. 186

Timothy Snyder, illustriert von Nora Krug, Über Tyrannei++,++ Zwanzig Lektionen für den Widerstand, München, 2. Aufl. 2022
Lektion 1: Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam
Lektion 2: Verteidige Institutionen
…
„Lektion 13 Praktiziere physische Politik : Macht will, dass es sich dein Körper in einem Sessel bequem macht und deine Gefühle sich vor der Mattscheibe auflösen. Geh hinaus. Bewege deinen Körper an unvertraute Orte mit nicht vertrauten Menschen. Gewinne neue Freunde und marschiere gemeinsam mit ihnen.“ S. 15

Jakob Springfeld, Jung, ostdeutsch, gegen rechts, Weinheim Basel, 2024
Jakob Springfeld, geb. 2002 in Zwickau, schreibt :“ ….nichts ist wichtiger in diesen Zeiten als unsere Zivilgesellschaft zu stärken. Unsere Demokratie und unser Rechtsstaat sind nicht so wehrhaft, wie es viele behaupten. Wir Aktivist*innen in Zwickau , in Sachsen, ja, in ganz Deutschland warnen immer wieder vor dem Rechtsruck in unserem Land.“ S. 176/177

Jakob Springfeld, Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert, Warum das Erstarken der Rechten eine Bedrohung für uns alle ist, Köln 2024
„Sollten wir …. zulassen, dass Antidemokrat:innen mit demokratischen Mitteln diese Demokratie aushebeln können? Ich denke, nein. Ein AfD-Verbot sollte zumindest juristisch geprüft werden. Die Meinungen und der Hass gehen dadurch trotzdem nicht weg , und deswegen muss sich , müssen wir, grundlegend etwas ändern :Wir können uns ein fortlaufendes Verantwortungspingpong, also das Projizieren von Schuld entweder nur auf Ost- oder nur auf Westdeutschland nicht mehr leisten.“ S. 194/195

Ilko-Sascha Kowalczuk, Faschismus ist keine Meinung, Stabil bleiben in autoritären Zeiten, München 2026
Das Buch von Kowalczuk ist ein sehr persönliches Plädoyer für das Eintreten für Freiheit und Demokratie. Das Buch endet mit seinem Text vom 5.11.1989 für eine Memorial-Gesellschaft und – statt eines Nachwortes – mit einer Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk von Wolfgang Mattheuer „Jahrhundertschritt.“
Das Buch beginnt mit 10 Grundsätzen.
Grundsatz 7: „Demokratie ist keine Dienstleistungseinrichtung, die liefern muss. Sie ist auch keine Angelegenheit allein des Staates, der Parlamente oder der Gerichte. Demokratie funktioniert nur mit einer lebendigen Zivilgesellschaft, die widerspricht, protestiert, mitmacht, organisiert, revidiert, herausfordert, selbst tut, Verantwortung übernimmt.“
Blick ins Buch (PDF)

**Matthias Brandt, **NEIN SAGEN, Über den 20.Juli 1944, meine Eltern und persönliche Verantwortung heute, 7. Aufl. 2026
In seiner Rede in der Gedenkstätte Plötzensee zum Widerstand des 20.Juli 1944 entwickelt Matthias Brandt aus dem Widerstand gegen die NS-Diktatur die Forderung, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. „… denke ich, dass wir Lehren aus der Geschichte ziehen müssen . Um uns zu erinnern, wie schnell Sprache verroht, wie leicht Menschen aus der Gemeinschaft herausdefiniert werden können , wie still es werden kann, wenn die Feinde der Demokratie laut werden. Wie brüchig eine Demokratie sein kann, die auch ich für selbstverständlich hielt.“
Deswegen geht es heute darum, rechtzeitig zu widersprechen.“ S. 61
„Wer die Geschichte kennt, erkennt in alldem , was gerade geschieht , keine harmlosen Ausreißer . Sondern ein Muster. Und wer dieses Muster erkennt, hat , glaube ich, eine persönliche Verantwortung, es zu benennen.“

Michael Kraske und Dirk Laabs, *WIDERSETZT EUCH *! Wir wir gemeinsam den neuen Faschismus besiegen, Köln 2026
Kraske und **Laabs **beginnen ihr Buch mit einem Zitat von Sophie Scholl (NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“) : „Man darf nicht nur dagegen sein, man muss etwas tun.“
Etliche Aussagen im Buch sind mit einem ! hervorgehoben gedruckt.
„Gegen den neuen Faschismus braucht es aktiven, dauerhaften und breiten Widerstand.“ S. 56
„Die Omas gegen Rechts machen vor, wie es geht: aktiv werden, zusammen schließen, Netzwerke bilden und in der eigenen Region loslegen!“ S. 70
„Raus aus der lähmenden Schweigespirale und den Mutigen helfen. Den öffentlichen Raum als einen Ort verteidigen, wo alle demokratischen Stimmen zu Wort kommen können.“ S. 74
„Das Grundgesetz sieht gerade eine Demokratie vor, die sich rechtzeitig wehrt und nicht erst, wenn sich die Gefahr voll ausgeprägt zeigt.“ S. 111

Heidrun Deborah Kämper, Die Sprache der Rechten Wie sie reden und was sie sagen, Reclam 5. Aufl. 2025
Fazit – Würde der Sprache„Ich wünsche mir, dass die sprachlichen Abgründe , in die wir mit unserer Spracherkundung schauen mussten, , ich wünsche mir, dass dieser menschenfeindliche , geschichtsvergessene, aggressive Sprachgebrauch , der so viel aussagt über das Denken, Wollen und Sollen der Urheber, ich wünsche mir, dass dieser Sprachgebrauch als wesentliches, zentrales Element erkannt und diese Erkenntnis in die politische und gesellschaftliche Argumentation der Demokratinnen und Demokraten aufgenommen wird. Es geht um den Schutz unserer Demokratie und damit auch um den Schutz unserer Sprache. Es gilt , den Abnutzungsbemühungen der Rechten, ihrem Versuch, Sprache umzuwerten und ihr ihre Würde zu nehmen, etwas entgegenzusetzen.“ S. 102
Verlagsseite mit Leseprobe
(sjm)

