CSD in Stuttgart: Hunderttausende feiern und demonstrieren für Vielfalt

Mehrere 100 000 Menschen haben beim Christopher Street Day in Stuttgart am Samstag (25. Juli) für Vielfalt und Menschenrechte demonstriert und gefeiert. Unter dem Motto „Ohne Uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark“ zogen 156 Gruppen vom Feuersee über den Rotebühlplatz und den Marktplatz in die Innenstadt. Unter ihnen waren auch Omas gegen Rechts aus mehreren Städten.

Zehntausende säumten die Straßen, jubelten den unterschiedlichsten Formationen aus der queeren Community, Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Sport, Medien und Unterhaltung zu. „Ein starkes WIR entsteht dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, Unterschiede anerkennen und Vielfalt als Stärke begreifen“, sagte Schirmherrin Ulrike Groos, Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart, bei der Kundgebung. Dazu könne auch die Kunst beitragen. „Bilder und Geschichten wecken Empathie und ermöglichen, die Welt mit den Augen anderer zu sehen.“

Die Demonstration setze ein leuchtendes Zeichen für Vielfalt, Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung in einer gespaltenen Gesellschaft, sagte Betina Starzmann von der Interessengemeinschaft CSD Stuttgart. Die Attacken gegen queere Menschen nähmen zu. 2025 meldete das Landeskriminalamt 200 Übergriffe gegenüber queeren Menschen in Baden-Württemberg, 2022 waren es 54 gewesen. In vielen Städten rufen rechte Gruppierungen zu Gegendemonstrationen gegen den CSD aus, im Juni etwa in Pforzheim.