Wir halten gegen das Vergessen! Am 2.10. in der langen Nacht der Demokratie im Experimentierraum haben wir unser Projekt „Das romanische Café-spielend Demokratie schätzen lernen“ und „Bingo! Das Grundgesetz“ erfolgreich in Kooperation mit der Straßen-Universität verwirklicht. Wie immer bei der Straßen Universität war ein vielfältiges Publikum aus allen Lebensbereichen vor Ort. Die Einrichtung bietet kostenlose inklusive Bildungsangebote für alle Interessierten an: https://share.google/sReSw89jYFadwoKj2 . Wegen der Kürzungen im Kulturbereich sucht die Straßenuniversität dringend Förderer und Spenden, damit es weitergehen kann.
Die Veranstaltung war ausgebucht, nichts ging mehr, der Saal war voll!
Durch das Quiz „Romanisches Café“ haben wir deutlich gemacht, und vor allem erlebbar gemacht, welche Lücke jüdische und widerständige Dichter*innen hinterlassen haben, als sie wegen der Nationalsozialisten flüchten mußten, in den Tod getrieben oder ermordet wurden. Die Bücher wurden bei der Bücherverbrennung symbolisch vernichtet. Das turbulente und kreative Treiben im romanischen Café der Weimarer Republik nahm ein jähes Ende durch die Nazis. Wie wir es auch heute in den Anfängen wieder sehen, in Kommunen, die von den neuen Rechtsextremen der AfD beherrscht werden, wo Erinnerungskultur und Kulturprojekte als „undeutsch“ angegriffen werden.
Aus dem Publikum gab es dann bei insgesamt 6 Autorinnen jeweils 2 Freiwillige, die am historisch dekorierten Tisch des Cafés Platz nahmen. Eine Person bekam einen Zettel an die Stirn geklebt, auf dem der Name der/des Dichterin stand, den auch das Publikum so lesen konnte, die andere Person las die spannende Biographie der zu Erratenden vor. Wenn es Schwierigkeiten beim Raten gab, gab es den Publikumsjoker.
Nach jeder Runde schenkte Anne dem Rateteam aus ihrem Privatfundus ein tolles Buch, entsprechend zu den Dichter*innen, die geraten werden mußten.
Dass das Grundgesetz ein Schutz vor Verfolgung ist, wie sie die Dichter*innen der Weimarer Republik erlebt haben, dass es die Freiheits-und Gleichheitsrechte schützt, konnten wir dann in unserem Spiel „Bingo- das Grundgesetz“ zeigen. Sehr hilfreich war dabei der Demokratiebeauftragte der Straßenuniversität Robert, der unzählige Beispiele aus dem wahren Leben bei dem lebhaften und diskussionsfreudigen Spiel einflocht. 10 Gäste sammelten eifrig die Bingochips im Wettbewerb und mit gegenseitiger Hilfe. Wir alle haben viel Neues dabei erfahren und konnten uns die Schutzwirkung des Grundgesetzes einmal mehr vergegenwärtigen. Am Ende gab es für alle Teilnehmenden ein Überraschungspaket, Filzschutzengel und Blüten von Anne K..Außerdem ein Grundgesetz in einfacher Sprache und noch eine kleine Aufgabe für zu Hause, mitgebracht bei einem Besuch der neuen Ausstellung zum Nachkriegsdeutschland in Bonn im Haus der Geschichte.
Es war ein lebhafter Abend, leicht und lustig und alles andere als langweilig und mit vielen interessanten Diskussionen. Das Publikum hat sich begeistert bei uns bedankt für den schönen Abend „Demokratie spielend schätzen lernen“.
Schmerzlich vermißt haben wir in den ersten Stunden in der Katharinenstraße unsere Susanne, sie sollte eigentlich in den Pausen unsere dadaistische Kapelle im Café präsentieren. Aber: zu der Zeit mußte sie eine Rede mit interaktivem Teil auf der ganz großen Bühne neben Fritz Kuhn und Muhterem Aras halten. Mit Ihrer Expertise in Neurologie hat sie ebenfalls ein spannendes Spiel inszeniert mit QR Code und Buttons und dem Weckruf sich zu organisieren und für den Erhalt der Demokratie zu kämpfen. CS
Ihr Schlußwort: Ich wünsche uns allen für und in dieser Zeit viel Zuversicht, mögen wir den Mut nicht verlieren, die Energie nicht verlieren, mögen uns die Ideen nicht ausgehen, mögen wir nicht naiv sein und dennoch zuversichtlich bleiben – wir Demokraten sind mehr! SH









