Weise, kühn und frei – das ist das Alter. Und das zeigen Frauen wie Vivian Gornick, Jane Campbell, Carmen Herrera, Lucinda Childs oder Ulrike Edschmid. Manche haben sich neu erfunden, andere haben immer weitergemacht und schaffen im hohen Alter dann den internationalen Durchbruch als Künstlerinnen und Schriftstellerinnen. Sie sind mutig, fordern nichts ein, aber nehmen sich, was sie brauchen. Ein Buch über Freiheit im Alter jenseits gesellschaftlicher Klischees. »Eigentlich bin ich eine alte Frau«, meinte ein guter Freund von Verena Lueken bei ihrer ersten Begegnung. Daniel war Mitte Dreißig, liebte Männer – und Frauen, wenn sie nicht mehr so jung waren. Abseits ihrer Rolle als freundliche Oma sind alte Frauen in unserer Gesellschaft keinesfalls immer und überall gut angesehen. Je älter die Frauen sind, desto mehr verschwinden sie aus der Öffentlichkeit. Und tauchen erst wieder auf, wenn sie auf die Hundert zugehen oder als Exzentrikerinnen auf TikTok Karriere machen. Was alte Frauen wirklich sind: Feministinnen, Liebende, Kämpfende, Unangepasste, oft auch Spät-»Entdeckte«. Verena Lueken zeichnet inspirierende Lebensentwürfe nach, in all ihrer Leidenschaft und Vitalität. Verena Lueken, langjährige Autorin und Kritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wurde für ihre Arbeiten mehrfach ausgezeichnet.
-
Stuttgart: Hannah Lühmann, Mithu Sanyal: Tradwives auf Heimatsuche – Die Geschichte einer Radikalisierung
Das vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin initiierte bundesweite »heimaten Festival für die plurale Demokratie« macht auch in Stuttgart Station: Im Literaturhaus zu Gast ist die Journalistin und Schriftstellerin Hannah Lühmann mit ihrem neuen Roman »Heimat« – die Geschichte der Radikalisierung einer liberalen jungen, großstädtisch geprägten Mutter hin zur »Tradwife«. »Tradwife« ruft einen Weiblichkeitsbegriff auf, der seit den 2020er Jahren durch Social-Media-Influencerinnen als neuer Lifestyle präsentiert und propagiert wird und die Erfüllung von Frauen im Haushalt, der Kindererziehung und der Unterordnung unter den Mann sieht, oftmals unterfüttert von rassistischen Ideologien.
Mit Hannah Lühmann ins Gespräch kommt die Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Mithu Sanyal. Sie untersucht sowohl in ihrer Literatur als auch in ihren wissenschaftlichen Texten klug und originell Weiblichkeitsbilder, Formen sexualisierter Gewalt, Alltagsrassismus und Postkolonialismus und hat u. a. einen Beitrag für den 2019 erschienenen Sammelband »Eure Heimat ist unser Albtraum« verfasst – eine kritische Gegenwartsanalyse aus postmigrantischer Perspektive. Ins Gespräch gebracht durch Vatan Ukaj von WERTansich(t) diskutieren die Autorinnen über Heimatkonzepte, Geschlechterbilder, Sehnsucht und Illusion.
Eine Initiative vom Haus der Kulturen der Welt im Rahmen von »heimaten«, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; eine Kooperation von WERTansich(t), StadtPalais Stuttgart, Black Community Foundation Stuttgart e.V., Deutsch-Kurdisches Forum e.V. und Literaturhaus Stuttgart
